#roadtotokio mit Kira Horn:
Wir haben uns mit Kira kurz vor der Abreise der Danas in das Trainingslager in Valencia, Spanien, getroffen. Im Interview geht es um die Lehren der Europameisterschaft, Teambuilding auf und abseits des Feldes und die Vorfreude auf Olympia.
Kira, die Europameisterschaft ist etwas mehr als drei Wochen her, was bleibt in Erinnerung: Die Enttäuschung über das verlorene Finale oder die gute Leistung über das gesamte Turnier hinweg?
Es ist ja nicht das EM-Jahr, sondern eher das Olympia-Jahr. Dementsprechend stand die EM eher im Zeichen der Team- und Spielentwicklung. Es war im Endeffekt ärgerlich, weil wir so nah dran waren, diesen Titel zu holen. Holland war im Finale nicht so stark wie sie hätten sein können, von daher wäre mehr drin gewesen. Es nervt immer wieder gegen Holland zu verlieren, aber wir sind noch lange nicht auf unserem Leistungsmaximum und können daher viel für Olympia mitnehmen.
Gibt es einzelne Aspekte, an denen man im Nachhinein diese Final-Niederlage festmachen kann?
Wir haben in der ersten Hälfte nicht mutig genug gespielt. Speziell im dritten Viertel konnten wir das ändern, haben die Holländerinnen gut unter Druck gesetzt, sodass sie nicht mehr so in Spiel kamen. Die Chancen waren da, wir hätten ein Tor schießen können, wenn nicht sogar müssen. Andererseits darf man sich gegen so eine Mannschaft nahezu keine Fehler erlauben, da ist die Niederlande extrem konsequent.
Wie wichtig war diese EM, um sich sportlich als auch mannschaftlich zu finden?
Man hat schon gemerkt, dass es der Mannschaft nach dem ganzen Druck um die Nominierung herum richtig gut getan hat, als Team für die Olympischen Spiele zusammenzufinden. Alle hockeytechnischen Gespräche machen viel mehr Sinn, weil man sie mittelfristig auch Richtung Tokio führt. Wir kennen uns alle schon sehr lange, das ist sicherlich ein Pluspunkt. Spielerisch war es sehr schön, mal wieder gegen unterschiedliche Gegner auf hohem Niveau zu spielen. Zudem kann es Vorteil gegenüber Teams der anderen Kontinente sein, dieses Turnier als Vorbereitung gehabt zu haben.
Wir erwischen dich kurz nach deinem Urlaub, waren das deine letzten freien Tage vor den Spielen in Tokio?
Ja, definitiv! (lacht.) Es war jetzt die letzte Chance noch einmal den Kopf freizubekommen. Nach dem Lehrgang in Valencia werden wir Deutschland bis zu den Spielen aus Sicherheitsgründen auf keinen Fall verlassen. Stand jetzt müssen vor der Einreise zwei negative PCR-Tests vorlegen und unseren Gesundheitszustand in einer App tracken.
Wie viel Aufmerksamkeit bekommt dein Job (Kira arbeitet in einem Hamburger Modeunternehmen) in den nächsten Wochen?
Im vergangenen halben Jahr lag der Fokus sowieso schon eher auf Hockey, jetzt werde ich aufgrund des Trainingslagers und den Spielen definitiv nicht viel machen können.
Worauf liegt der Fokus in den letzten Tagen vor den Spielen?
Ich denke, dass wir die EM nochmal nachbereiten werden. Jede Spielerin hat ein Feedback ans Trainerteam geschickt, woran wir noch arbeiten müssen. Dabei werden dann sicherlich konkrete Themen trainiert und behandelt.
Worauf freust du dich, abgesehen vom sportlichen Wettkampf, am meisten bezüglich der Spiele?
Ich freue mich ehrlicherweise auf Alles, schließlich ist für mich auch alles komplett neu. Die Vorfreude auf das Dorf ist vorhanden, auf die Eröffnungsfeier. Ich bin insgesamt extrem gespannt auf den kompletten Ablauf der Spiele.
Die Anstoßzeiten während Olympia variieren zwischen Neun Uhr morgens und neun Uhr abends. Wann spielst du lieber und was können diese Zeiten für einen Einfluss haben?
Wir haben unsere Routinen, was wann wie vor einem Spiel stattfindet. Bei Anstoß um Neun Uhr morgens findet die Hauptbesprechung zumeist am Vorabend statt. Es ist auf jeden Fall was anderes, bis 21 Uhr muss man einen kompletten Tag irgendwo rumbringen und ich find es definitiv cooler aufzustehen und zu wissen, jetzt geht es los.
Was sind deine persönlichen als auch mannschaftlichen Ziele für Olympia?
Die Spiele zu genießen ist ein riesiger Punkt. Ansonsten will ich meinen Job so gut es geht erfüllen und dem Team so gut es geht zu helfen. Jeder hat seine eigene Aufgabe in der Mannschaft und wenn jeder diese so gut es geht erfüllt, dann sind wir sehr definitiv sehr stark.
Anders formuliert wäre Edelmetall doch sicherlich ein Wunsch, oder?
Dafür fahren wir auf jeden Fall hin würde ich sagen.
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