Athleten

Hintergrund

Persönliches

Geburtsdatum

14.01.1999

Geburtsort

Varel

sportliches

Verein

Hamburger Golf-Club Damen

Sportart

Golf

Größte Erfolge

2019:
1. Platz Skaftö Open (LETAS)
2. Platz Ladies European Thailand Championship
2. Platz La Reserva de Sotogrande
2. Platz Omega Dubai Moonlight Classic
3. Platz Investec SA Women‘s Open

Nach mehr als 100 Jahren kehrte der Golfsport 2016 in Rio de Janeiro zurück in das Programm der Olympischen Sommerspiele. Für manche Profigolfer ist es dennoch wichtiger, eines der vier hochdotierten Major-Turniere zu gewinnen, als um eine Medaille bei Olympia zu kämpfen. Die deutsche Golfhoffnung Esther Henseleit sieht dies anders und will unbedingt in Tokio dabei sein – jetzt eben 2021 statt in diesem Jahr. „Da bin ich selbst mehr Sportler als Golfer“, sagt die 21 Jahre junge Athletin vom Hamburger GC Falkenstein.

Für dieses Ziel sieht es weiterhin gar nicht schlecht aus. Esther Henseleit gewann 2019 auf Anhieb  die „Order of Merit“ der Ladies European Tour (LET) und ergatterte damit auf dieser Profiserie Europas die Auszeichnung „Rookie oft he year“, als beste Einsteigerin. Dazu gelang ihr am Saisonende auch noch die Qualifikation für die lukrative, aber sportlich auch noch anspruchsvollere Ladies PGA-Tour, die vorwiegend in den USA ausgetragen wird. Vor Ausbruch der Coronakrise konnte Henseleit noch zwei Turniere dieser Tour bestreiten und schaffte beim zweiten Event, den Women‘s Australian Open den Cut und belegte in einem Weltklassefeld den 70. Platz. In der Weltrangliste der Damen wird Esther Henseleit aktuell an 120. Stelle geführt und ist damit zweitbeste Deutsche hinter Carolin Masson, die auf Platz 36 geführt wird.

Da im Golf die Weltrangliste immer aus den Turnierergebnissen der vergangenen 24 Monate ermittelt wird, konnte Esther Henseleit bisher deutlich weniger Ergebnisse einbringen als die allermeisten Konkurrentinnen, da sie ja erst Anfang 2019 ins Profilager wechselte. Anders gesagt: In diesem Jahr gehen ihr noch keine Punkte wegen „Verjährung“ verloren, vielmehr kann sie sich mit jedem ordentlichen Turnierergebnis im Ranking nur verbessern. Die Chance, ihren Status als zweitbeste Deutsche zu untermauern, ist also riesengroß. Die beiden besten nationalen Golferinnen werden im kommenden Jahr Deutschland bei den Olympischen Spielen in Tokio vertreten. Die gebürtige Friesin hatte übrigens im Januar 2019 ihre Amateurkarriere mit einem Handicap von +7,1 beendet, was in Europa bislang einmalig ist.

Auch  heutzutage hat der Golfsport immer noch mit einigen Klischees zu kämpfen. „Da wird man schon manchmal komisch angeguckt“, sagt Esther Henseleit. „Viele sagen, dass der Golfsport nur für Reiche erschwinglich ist und von Menschen gespielt wird, die schon fast tot sind“, sagt Esther Henseleit, die nebenbei Sportmanagement studiert. Sie möchte der Welt zeigen, dass diese Klischees einfach nicht stimmen, da etliche Clubs seit einiger Zeit viel in die Jugendarbeit investieren. 

Schon 2018 hatte Esther Henseleit ein erfolgreiches Jahr erlebt. Sie gewann nicht nur die Deutschen Einzelmeisterschaften und die Deutschen Meisterschaften mit der Mannschaft des Hamburger Golf-Club Falkenstein, sondern schaffte auch ihr Abitur an der Waldorfschule Oldenburg – trotz mehr als 70 Fehltagen, die fast ausschließlich sportbedingt waren. Die Zeit an einer Waldorfschule hat ihr geholfen, „kreativ, selbstständig und organisiert“ zu sein, was ihr vor allem bei den vielen Reisen, die sie aufgrund ihrer Sportart bewältigen muss, hilft. „Es ist immer toll andere Kulturen kennenzulernen“, sagt Henseleit. „Man hat aber höchstens zwei Nachmittage Zeit, um sich alles anzuschauen, da man bei Turnieren sieben bis acht Stunden auf dem Golfplatz steht“.

Kaum Zeit bleibt ihr auch, über die seltenen schlechteren Turniere nachzudenken. „Da ist keine Zeit für Verbitterung – ich schaue dann im Flugzeug vielleicht ein bisschen deprimiert aus dem Fenster“, erzählt die Golferin. Doch dann geht der Blick auch schon wieder nach vorn. So wie auch jetzt, da sie zumindest wieder in Falkenstein trainieren darf, nachdem ihr dies wegen der Corona-Beschränkungen zuvor wochenlang untersagt war. Deshalb verlegte sie ihr Domizil zurück in ihr Elternhaus in Varel und übte im Garten chippen und putten. Dazu begann sie, Spanisch zu lernen, und spielte mit ihren Eltern mal wieder Karten, statt durch die Welt zu jetten. Geduldig wartet sie nun auf Signale aus den USA, wann die ersten Turniere nach dem Corona-Lockdown wieder gespielt werden können.

 

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